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Itertaler Gespräche

 

 

Demenz - mehr als nur ein Wort

Dies war der Titel der Informationsveranstaltung für Angehörige von Menschen mit Demenz,
die Anfang Januar im Itertalklinik Seniorenzentrum Walheim stattgefunden hat.
Das Seniorenzentrum hatte gemeinsam mit einem Expertenteam der Pflegeleitstelle Demenz
der AOK Rheinland/Hamburg zu diesem Abend eingeladen und über hundert Gäste kamen.

Zunächst ging der Referent Prof. Dr. med. Gunter Konrad, ärztlicher Berater der AOK,
auf die medizinischen Grundlagen der Krankheit Demenz ein. Prof. Konrad erläuterte
die Funktionsweise des Gehirns, das aus ca. 50 Billionen Nervenzellen besteht.
Mit seinen anschaulichen Erläuterungen verstand er, das Publikum im Handumdrehen
zu fesseln. Unterstützt wurde der Vortrag von einem einfühlsamen Film,
der die Veränderungen im Gehirn bei Demenz auch für Laien begreiflich machte
und Verständnis für die Betroffenen weckte.

Das interessierte Publikum erfuhr von den Vortragenden auch etwas über die
verschiedenen Ursachen der Demenz sowie über häufig auftretende Symptome.
Einfach gesagt, erkennt man die Erkrankung daran, dass der Betroffene im Alltag "den
Faden verliert" und sein Verhalten für Außenstehende rätselhaft und unverständlich wird.

Praktische Hilfen in Form von Tipps und Tricks im Umgang mit erkrankten Angehörigen
erhielt das Publikum dann im zweiten Teil des Abends. So wissen jetzt alle,
dass das "Sundowner-Syndrom" die häufig auftretende Unruhe am Abend bezeichnet und
wie damit am besten umgegangen werden kann. Auch die schwierige Frage, wann der
Verzicht auf das Autofahren notwendig wird, wurde nicht ausgelassen.

Im weiteren Verlauf informierte das Expertenteam der AOK über Entlastungs-
und Unterstützungsangebote für die Angehörigen von dementiell Erkrankten und
über mögliche Leistungen der Pflegeversicherungen. Im Anschluss entstand eine lebhafte
Diskussion mit den pflegenden Angehörigen darüber, wann denn etwa der Punkt erreicht ist,
an dem Hilfsmaßnahmen und unter Umständen auch stationäre Pflege erforderlich werden.

Für alle Interessierten wurde an Infotischen im Eingangsbereich Anschauliches ausgelegt
und auch das stationäre Betreuungsangebot der Internen Tagespflege, abgekürzt InTa,
des Itertalklinik Seniorenzentrums Kornelimünster vorgestellt. Die geballte Information des
Abends ließ sich dann schließlich in Form von reichlichem Informationsmaterial schwarz
auf weiß nach Hause tragen.


Neues von der InTa
Training von Alltagskompetenzen

Im Rahmen der Angebote der Internen Tagespflege, der InTa,
wird seit einiger Zeit ein erweitertes Trainingsprogramm angeboten,
das unseren Bewohnerinnen und Bewohnern dabei helfen soll,
den Alltag besser zu bewältigen.

Im  Laufe der Jahre und im höheren Alter merkt der eine oder andere,
dass gewohnte Tätigkeiten nicht mehr so leicht und selbstverständlich von der Hand gehen.
Da werden beispielsweise das Telefonieren, das Zuknöpfen einer Jacke oder das Einfädeln
eines Fadens ins Nadelöhr auf einmal richtig schwierig.
Aber so, wie das Gedächtnis mit regelmäßigem Training auf Trab gehalten werden kann,
so lassen sich auch Verrichtungen des Alltags mit ein wenig Übung gezielt verbessern.
Dabei wollen wir im Rahmen der InTa Hilfestellung leisten.

Unsere Kleingruppen treffen sich regelmäßig im Wohnzimmer der InTa zu einem
abwechslungsreichen Angebot. Durch manuelle Tätigkeiten aus vertrauten
Alltagsbereichen schulen wir Auge und Hand. Schrauben und Falten, Abmessen und Wiegen,
Zählen und Balancieren gehören unter anderem zum erweiterten Programm.
Dabei gilt: Übung macht den Meister.
So werden gleichzeitig die Grob- und Feinmotorik verbessert und eine Steigerung von
Ausdauer und Belastungsfähigkeit erreicht. Auch die sozialen und emotionalen
Kompetenzen werden durch das gemeinsame Üben gestärkt.
Am Schluss einer jeweiligen Gruppenstunde besprechen wir wie immer weitere Vorhaben.


InTa
Interne Tagespflege im Itertalklinik Seniorenzentrum Kornelimünster

Die „Interne Tagespflege im Itertalklinik Seniorenzentrum Kornelimünster“, kurz InTa,
ist ein im März 2009 gestartetes Projekt zur stationären Betreuung und Unterstützung
dementiell erkrankter BewohnerInnen unseres Hauses.

Demenzkranken fällt es im Laufe der Zeit zunehmend schwerer, aus eigenem Antrieb sinnvolle
Beschäftigungsmöglichkeiten zu finden. Das Projekt InTa hat sich daher zur Aufgabe gemacht,
der Verwirrtheit bei mangelnden Alltagsstrukturen etwas entgegen zu setzen.

Langjährig erworbenes Wissen und Restfähigkeiten sollen erhalten bleiben, um den Verlauf
der Krankheitsentwicklung so lange wie möglich zu verzögern.

Inzwischen ist InTa zu einer festen Einrichtung geworden. Im Laufe einer Woche
werden verschiedene Gruppenaktivitäten angeboten:

Kunstwerkstatt (Kreativität, auch Musik)
Spiele und Geschicklichkeit (Gemeinschaftsgefühl, Gedächtnistraining, Motorik)
Buchclub (langjährig erworbenes Wissen, Konzentration)
Aktuelle Stunde (Zeitliche Orientierung, Dialog)
Erinnerung (Emotionen, biografischer Hintergrund)
Einzelbetreuungen gibt es ebenfalls im Rahmen der InTa

Das eigens für dieses Projekt eingerichtete gemütliche Wohnzimmer mit angeschlossener
Terrasse hat sich zu einem beliebten Anlaufpunkt für unsere BewohnerInnen entwickelt.
Am Ende eines jeden Tages wird eine Einladung zu weiteren Aktivitäten ausgesprochen
nach dem Motto:

Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut“ (Eduard Mörike)

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